Wenn der Zins vom Dax abhängt beim Lockzinsangebot

Wenn der Zins vom Dax abhängt beim Lockzinsangebot
Reich werden kann man mit einem Sparkonto nicht. Nur an der Börse winkt das große Geld. Wenn bloß die Verlustrisiken nicht wären! Wer wünschte sich nicht die Renditechancen von Aktien, gepaart mit der Sicherheit eines Sparbuchs. Das wissen auch die Banken und locken mit Konten, die versprechen umso attraktiver verzinst zu werden, je besser es an der Börse läuft. Die Kunden sollten wissen: Das ist höherer Blödsinn. Schon seit Jahren damit auf Kundenfang ist die Postbank. Das Postbank DAX-Sparbuch bietet eine betragsabhängige Grundverzinsung und je nach Entwicklung des deutschen Aktienindex Dax einen Bonus von bis zu 5 Prozent. Steigt der Dax in einem Monat um 8 Prozent, dann gibt es einen Bonus von 4 Prozent pro Jahr. Legt der Dax um 10 Prozent oder noch mehr zu, gibt es den maximalen Bonus von 5 Prozent pro Jahr. Aufgepasst: Der Bonus führt nur in dem folgenden Monat zu einer höheren Verzinsung des Sparbuchs. Beispiel: Im April 2009 stieg der Dax um knapp 18 Prozent. Das ergibt einen Dax-Bonus von 5 Prozent. Das klingt nicht übel, macht aber aufs ganze Jahr gerechnet eine Erhöhung des Basiszinses um gerade mal 0,42 Prozentpunkte aus. Damit der Anleger die 5 Prozent tatsächlich das ganze Jahr bekommt, müsste der Dax jeden Monat um mindestens 10 Prozent zulegen.

Das heißt:
Er müsste innerhalb des Jahres 2009 von rund 4800 Punkten gleichmäßig auf über 15 000 Punkte steigen. Kein Witz! Das ist aber noch gar nichts gegen das Geldmarktkonto Dax-Cash der Deutschen Skatbank, einer Zweigniederlassung der Volksbank Altenburger Land. Die Verzinsung der Skatbank hängt komplett vom Dax ab. Auf den ersten Blick sieht das sogar besser aus als bei der Postbank, schließlich gibt es den vollen und nicht nur den halben Dax Anstieg und die Obergrenze liegt nicht bei 5, sondern bei 7 Prozent pro Jahr. Aber die Skatbank rechnet nicht monatlich, sondern wöchentlich. Fällt der Dax in einer Woche, gibt es 0,5 Prozent. Steigt er zum Beispiel um 6 Prozent, gibt es einen Zins von 6 Prozent – allerdings nur für die folgende Woche. Das entspricht einer jährlichen Verzinsung von knapp 0,12 Prozentpunkten.

Um übers Jahr auf die maximal möglichen 7 Prozent Rendite zu kommen, müsste der Dax anders als beim Postsparbuch binnen eines Jahres nicht nur auf gut 15 000 Punkte, sondern sage und schreibe auf rund 160 000 Punkte steigen! Überflüssig zu sagen, dass ein solcher Anstieg noch nie der Fall war. Tatsächlich hätte der Jahreszins des Dax-Cash-Kontos in den letzten zehn Jahren immer unter 2 Prozent gelegen. Kein Kommentar! Das können Sie dagegen tun: Folgen Sie dem Prinzip „Ganz oder gar nicht”! Wenn Sie denken, der Dax steigt, dann kaufen Sie entweder einen deutschen Aktienfonds oder ein Indexzertifikat auf den Dax, aber lassen Sie die Finger von solchen Offerten, mit denen Sie die Bank für dumm verkauft. Wenn Sie Angst vor Kursverlusten haben, stehen Sie dazu und legen Ihr Geld auf ein gut verzinstes Tages- oder Festgeldkonto oder ein vergleichbares Sparangebot ohne Schnickschnack.

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