Sonderangebote mit Verfallsdatum – viele Banken bieten Sonderzinsen für Geld

Sonderangebote mit Verfallsdatum – viele Banken bieten Sonderzinsen für Geld
Geld ist wie ein Frühstücksbrötchen: Je frischer, desto besser. Zahlreiche Banken bieten befristete Sonderzinsen für Geld, das neu hereinkommt. Doch die Freude währt oft nur wenige Wochen. Dann gibt es wieder Graubrot. Die ING-Diba, Marktführerin in Sachen Tagesgeld, hat Anfang 2009 Briefe verschickt und auch ihren Bestandskunden angeboten, Geld, das sie neu überweisen würden, mit 4 Prozent pro Jahr statt der damals üblichen 2,25 Prozent zu verzinsen. Das Angebot war gültig bis zum 30. April. Wer sein Tagesgeld erst kurz vor Aktionsenden aufstockte, bekam den höheren Zins nur wenige Tage – und dann für sein gesamtes, jetzt noch höheres Guthaben wieder den niedrigen Bestandskundenzins. Gewinnerin war die Bank: Sie hatte schnell und billig neues Geld eingesammelt. Nicht nur die ING-Diba greift auf solche Mittel zurück, um an frisches Geld zu kommen. Auch die SEB offerierte Anfang 2009 einen Sonderzins für neues Geld, gültig bis Jahresmitte. Sie hatte sogar die Chuzpe, das Angebot „Hochzinskonto” zu nennen, obwohl es nur schlappe 1,25 Prozent brachte.

Die Advanzia Bank treibt das Spiel mit den befristeten Sonderzinssätzen auf die Spitze: Wen es auf ihre Internetseite verschlägt, dem fällt sofort das grüne 5-Prozent-Schild ins Auge. Im Kleingedruckten steht allerdings, dass es die 5 Prozent pro Jahr aus schließlich für den aktuellen Kalendermonat gibt. Wer Mitte Juni einzahlt, bekommt sie bis Ende Juni, wer Anfang Juli kommt, kriegt die 5 Prozent bis Ende Juli – ein kurzes Vergnügen. Einziger Trost: Auch wenn es danach drastisch runtergeht, die Advanzia Bank zählt in der Regel trotzdem zu den Tagesgeldanbietern am deutschen Markt mit hohem Zins. Das können Sie dagegen tun: Knallhart kalkulieren. Nur wer ein Talent in Buchführung ist und die Aktionstermine im Blick behalten kann, profitiert von solchen Angeboten wirklich. Wechseln Sie Ihre Bank, sobald sie Ihnen keine prima Zinsen mehr zahlt. Nur wenn die Banken spüren, dass sie ihre Kunden und deren Geld verlieren, legen sie wieder eine Schippe drauf. Ein Wechsel ist nicht schwierig. Eine Viertelstunde für das Formular, eine halbe Stunde für den Gang zur Post zwecks Identitätsprüfung, länger dauert das nicht. Unter test*de finden Sie jeden Monat die Spitzenreiter von Tagesgeld und Festgeld. Und da sind auch immer welche mit erstklassiger deutscher Einlagensicherung dabei.
Vorsicht, K.-O.-Gefahr!

Oft gelten die Sonderzinsen nur für einen bestimmten Betrag. Wer mehr einzahlt, bekommt weniger.

Klar: Der Superzins soll Kunden locken. Je mehr Geld die bringen, desto teurer wird jedoch die Aktion für die Bank. Deshalb begrenzen viele Geldinstitute ihre Sonderaktionen auf bestimmte Beträge. Anleger, die dennoch mehr anlegen, bekommen für die darüber hinausgehende Summe einen niedrigeren Zins. Das ist kein Problem, wenn unterm Strich immer noch eine gute Rendite zu Buche steht. Oft sind die Zinsen für die Mehrbeträge jedoch so niedrig, dass das Angebot nur noch Durchschnitt ist. kommen uninteressant wird es aber dann, wenn die Bank den Sonderzins überhaupt nicht mehr zahlt, sobald der Sparer die Betragsgrenze überschreitet. In der Vergangenheit versuchte zum Beispiel die Karstadt- Quelle Bank mit dem Traum-Zins-Konto neue Kunden anzulocken. Der Zins von damals 4,25 Prozent pro Jahr galt für maximal 5 000 Euro. Lag nur 1 Euro mehr auf dem Konto, war der Superzins ausgeknockt.

Dann gab es für die gesamte Anlagesumme nur 2 Prozent. Das konnte schnell passieren, denn die Bank schrieb die Zinsen monatlich gut. Wer mit 5 000 Euro eingestiegen war, hatte die Grenze bereits einen Monat später überschritten.
Das können Sie dagegen tun: Knock-Out- Angebote meiden. Wenn schon der Superzins nur für einen begrenzten Betrag gilt, dann sollte das auch so bleiben, wenn der Anleger mehr Geld einzahlt.

Share:

You might also like