Lockzinsangebote richtig verstehen – Banken Tricks

Lockzinsangebote richtig verstehen – Banken Tricks
Hauptsache, der Kunde ist erst einmal da. Die Mehrzahl der Deutschen hat’s gerne sicher. Und weil die Marketing-Strategen in den Banken das wissen, legen sie unentwegt Zinsschnäppchen als Köder aus. Haben die Kunden dann angebissen, laufen sie nicht so schnell wieder weg. Vor allem Tagesgeld ist als Lockmittel beliebt. Das ist ein verzinstes Konto, von dem Anleger ihr Geld täglich abheben können. Bis in die 1990er Jahre hinein waren die meisten Deutschen mit ihrem Sparbuch völlig zufrieden. Erst zum Ende des Jahrtausends hin entdeckten sie das flexiblere Tagesgeld. Anders als beim Sparbuch mussten sie hier keine Kündigungsfristen einhalten, wenn sie eine größere Summe abheben wollten. Und anders als bei besser verzinsten Anlagesparbüchern mit mehrjähriger Laufzeit verlangten die Banken oft keine Mindestanlagesummen.

Ab da überboten sich die Banken mit immer höheren Tagesgeldzinsen. Auch zahlreiche ausländische Institute mischten mit. Im Frühjahr 2000 bot die Finanz Bank mit 4,25 Prozent pro Jahr mehr als alle anderen, ein Jahr später ließ first-e mit einem wahren Kampfzins von 6 Prozent pro Jahr die Konkurrenz hinter sich. Jahrelang spielte die Direktbank ING-Diba in den Ranglisten der Tagesgeldanbieter oben mit und wurde hierzulande zur Marktführerin. Die Strategie ist klar: Mit Topzinsangeboten schaffen es die Banken in die Vergleichslisten der Medien. Das spart ihnen teure Werbekampagnen. Haben sie genug Kunden gewonnen und Geld eingesammelt, fahren sie die attraktiven Zinsen häufig wieder auf Niedrigniveau zurück. Auch die ING-Diba zahlt längst keine Spitzenzinsen mehr.

Trotz des Siegeszuges des Tagesgeldes – das Sparbuch ist nicht out. Viele Menschen legen ihr Geld zum Beispiel auf Sparkonten mit Festzinsvereinbarung auf mehrere Jahre fest. Beliebt bei der deutschen Kundschaft sind außerdem Banksparpläne. Die Anleger zahlen monatlich ein und sparen so im Laufe der Jahre eine hübsche Summe an. Viele Banken und Sparkassen locken mit vermeintlich hohen Bonuszahlungen. Doch auch hier heißt es aufgepasst. Die Boni sind niedriger, als es auf den ersten Blick aussieht. Nicht nur die Banken, auch Bausparkassen werben für ihre Renditesparpläne mit hohen Zinsen, die es so oft gar nicht gibt. Aber, das sagten wir schon: Hauptsache, der Kunde ist erst mal da.

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